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{ A Heart for Books } Silber – Das erste Buch der Träume // Kerstin Gier

Das letzte Review zu einem Buch ist eindeutig schon viel zu lange her! Dabei habe ich in letzter Zeit wirklich viel gelesen und kann euch stolz verkünden, dass ich gerade beim fünften Roman in diesem Jahr bin. Das sind immerhin drei mehr als letztes Jahr um diese Zeit. Jedenfalls geht es heute um den Titel Silber – Das erste Buch der Träume von Kerstin Gier und ich werde mich bemühen, euch meine Meinung so gut es geht zu schildern.

Titel: Silber – Das erste Buch der Träume
Autor: Kerstin Gier
Seitenanzahl (Hardcover): 416
Genre: Fantasy, Jugendbuch
Verlag: FISCHER FJB
Deutsches Erscheinungsdatum: 14. Juni 2013
ISBN: 9783841421050

Inhalt: Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil… Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet.
Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett.
Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen, ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen…

Cover: Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht so ganz, was ich vom Einband des Buches halten soll. Eigentlich trifft das Cover nicht wirklich meinen Geschmack und das große glotzende Auge in der Mitte finde ich grässlich, aber dennoch passt das Cover gut zur Geschichte und der verrückten Traumwelt im Buch.

Erwartungen: Da ich die Edelstein-Trilogie absolut liebe und damals regelrecht verschlungen habe, hatte ich natürlich dementsprechend hohe Ansprüche an Kerstin Giers neuestes Werk. Die Handlung klang jedoch sehr interessant, weswegen das Buch sofort nach der Entdeckung auf meiner Wunschliste landete. Zu Weihnachten bekam ich den Schmöker geschenkt und stürzte mich sogleich, voller Vorfreude, in die Welt von Liv Silber.

Meinung: Olivia „Liv“ Silber und ihre Familie (bestehend aus ihrer Mutter, der kleinen Schwester Mia, einem Hund und dem bayerischen Kindermädchen Lottie) ziehen ständig um. In den letzten acht Jahren haben sie sechs Mal das Zuhause gewechselt und hoffen nun, da sie in England angekommen sind, endlich sesshaft zu werden. Livs und Mias Traum vom idyllischen Landleben in einem Cottage in Oxford platzt allerdings, als deren Mutter ihren neuen Freund vorstellt und verkündet, dass sie von nun an bei ihm wohnen werden. Leider ist der Kerl ein ziemlicher Langweiler und hat zu allem Übel auch noch zwei mehr oder weniger nervige Kinder, die ungefähr so alt wie Liv sind. Jedenfalls sind die beiden Schwestern nicht sonderlich glücklich über ihre neue Patchwork-Familie.
Davon abgesehen gibt es aber auch einige Geheimnisse zu lüften, denn einige Jungs in der Schule, scheinen zu wissen, was Liv in ihren Träumen tut oder sagt und das ist ja nun wirklich gruselig! Es ist ganz eindeutig, dass die fünf etwas verheimlichen.

Da die fünfzehnjährige Liv eine kleine Schwäche für Geheimnisse hat, versucht sie natürlich den Ungereimtheiten auf den Grund zu gehen und es macht wirklich Spaß ihr dabei zu folgen. Olivia Silber ist eine tolle Protagonistin, die eine charmante Mischung aus Humor und jugendlicher Rebellion besitzt. Ich konnte mich sehr schnell mit ihrer Art anfreunden und musste wirklich oft schmunzeln. Ganz besonders genial fand ich ihre Beschreibungen zu den diversen Mitschülern!
Ebenfalls zum Brüllen komisch fand ich Mia. Die kleine Schwester von Liv ist ein absoluter Klugscheißer, der gerne Detektiv spielt. Außerdem erinnert sie Liv ständig daran, wie doof Jungs doch sind. Mein absoluter Favorit unter den Nebencharakteren ist übrigens Lottie. Wer könnte dieses putziges Kindermädchen nicht ins Herz schließen? Ihr Auftreten sorgt immer für einen Lacher.
Zwar werden die handelnden Personen allesamt etwas klischeehaft dargestellt, doch dies tut dem Lesegenuss keinen Abbruch.

Die Idee mit den Träumen finde ich richtig gut! Es ist mal etwas völlig Neues, dass die Charaktere ihre Träume bewusst erleben und sich über einen Korridor mit zahlreichen verzierten Türen in die Träume anderer Menschen einschleichen können. Liv hat eine blühende Fantasie und es hat mir unheimlich Spaß gemacht in diese skurrile Welt einzutauchen und über ihre nächtlichen Abenteuer zu lesen. Natürlich gilt es auch eine dunkle Gefahr zu beseitigen und dann ist da noch Henry, den Liv irgendwie anziehend findet… aber ich will nicht zu viel verraten.
Das Ende hat mich allerdings ein wenig enttäuscht. Zum Schluss ging mir alles zu schnell und die Auflösung des ein oder anderen Rätsels fand ich sogar plump. Ich weiß auch nicht, es wirkte für mich erzwungen. Außerdem bleiben viele Fragen offen. Man darf jedoch nicht vergessen, dass es sich um den ersten Teil der Reihe handelt und alle Fragen früher oder später bestimmt noch aufgeklärt werden.

Eine nette Nebenhandlung des Buches ist der Tittle Tattle Blog. Eine unbekannte Schülerin, die sich Secrecy nennt, enthüllt auf ihrer Website pikante Details über das Leben ihrer Mitschüler. Die Sache erinnert stark an Gossip Girl, ist aber eigentlich ganz cool gemacht. Besonders toll ist es, dass der Blog wirklich existiert und auch aktualisiert wird. Dadurch kann man sich die Wartezeit bis zum nächsten Band verkürzen.

Schreibstil: Ich VERGÖTTERE den Schreibstil von Kerstin Gier! Ernsthaft! So viel Witz, so viel Pepp. Die Frau trifft einfach absolut meinen Humor, weswegen sich ein Dauergrinsen während des Lesens nur schwer vermeiden ließ. Manche Stellen fand ich sogar so lustig, dass ich sie doppelt las. Ich denke das sagt alles.

Fazit: Silber – Das erste Buch der Träume ist ein tolles Buch für zwischendurch und der vielversprechende Auftakt einer Reihe. Der Roman glänzt zwar nicht unbedingt durch eine komplexe Story mit viel Anspruch, dafür aber mit Humor und liebenswürdigen Charakteren. Die Geschichte lädt zum Träumen ein. Wer Rubinrot liebt, wird Silber ebenfalls mögen.

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7 Comments

  • Reply
    Fräncis D
    März 27, 2014 at 8:21 am

    Sehr schön geschrieben! Ich habe das Buch auch gelesen und stimme dir voll und ganz zu. Ich bin schon gespannt, wie der zweite Band sein wird 🙂

    Liebe Grüße,
    Fraencis

  • Reply
    bknicole
    März 27, 2014 at 4:50 pm

    Die Kritik ist wirklich schön geschrieben, ich muss aber gestehen, dass das nicht wirklich mein Buch wäre. Die Idee mit dem Eintauchen in Träume hört sich zwar gut an, aber mir wäre das Buch wahrscheinlich etwas zu jugendhaft…aber wie immer muss ich dir sagen, dass ich deine Kritik super geschrieben finde, man merkt einfach, dass du das Buch wirklich gut fandest und in diese Welt eingetaucht bist 😉

  • Reply
    Jana
    März 27, 2014 at 6:00 pm

    Dieses Buch wollte ich auch schon mal lesen, habe es aber bis jetzt noch nicht geschafft. So viele andere tolle Bücher warten vorher auf mich 😉
    Aber generell mag ich Kerstin Gier auch total. Ich kenn sie jetzt eher als Frauen-Autorin, habe nur Rubinrot im Kino gesehen, die Bücher leider nicht gelesen.

  • Reply
    Franzi
    März 29, 2014 at 10:16 am

    Das Buch habe ich bisher nur einmal verschenkt, selbst aber nicht gelesen. Aber ich denke es lohnt sich… 😉 Danke für die Rezension… Bin gespannt, was Du noch so lesen und vorstellen wirst. Komme leider immer seltener zum lesen von Büchern.
    Liebe GRüße

  • Reply
    christine polz
    März 29, 2014 at 3:05 pm

    Ich habe auch die Edelsteinbücher nicht gelesen, da mich die Story nicht so ganz angefixt hat. Von der Thematik mit den Träumen her, wäre das hier wohl vielmehr meins.

  • Reply
    bknicole
    April 4, 2014 at 9:46 am

    Ich werde mal wieder mit dem Film anfangen und später irgendwann mal das Buch lesen :D.

  • Reply
    fruehlingsmaerchen
    April 5, 2014 at 8:39 pm

    Deine Rezension trifft den Nagel auf dem Kopf – ich hatte "Silber" letztes Jahr im Sommer gelesen, kurz nachdem ich zum ersten Mal die "Edelstein-Trilogie" gelesen habe, und war ebenfalls hin und weg vom Schreibstil der Autorin. Ich kenne wirklich kaum eine(n) Schriftsteller(in), die es schafft, auf so humorvolle und dennoch einfühlsame Weise zu schreiben! Und auch wenn die Handlung wirklich nicht von großartiger Tiefe oder Komplexität lebt, so wird sie durch Kerstin Giers Schreibstil dennoch so lebendig und mitreißend, dass man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen mag, ehe man nicht weiß, wie es ausgegangen ist. 😀

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