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{ A Heart for Books } The Hate U Give // Angie Thomas

{ A Heart for Books } The Hate U Give // Angie Thomas

* Werbung – Danke an Randomhouse für das Rezensionsexemplar. 

Heute darf ich ein Buch vorstellen, welches seit seinem Erscheinen in den USA sehr viel Aufsehen erregt hat. Die Rede ist von Angie Thomas‘ hochgelobten Jugendroman „The Hate U Give“. Allerdings ist dieser Titel so viel mehr, als nur ein Buch für Jugendliche! Seit dem 24. Juli ist „The Hate U Give“ nun auch als deutsche Übersetzung erhältlich. Ich bekam die Chance, das Buch schon vorab zu lesen und möchte mich an dieser Stelle nochmals beim Verlag für die Möglichkeit dazu bedanken.

{ A Heart for Books } The Hate U Give // Angie Thomas

Allgemein

Titel: The Hate U Give*
Autor: Angie Thomas
Seitenanzahl (Gebunden): 512
Genre: Contemporary
Verlag: cbt

Inhalt

Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen…

{ A Heart for Books } The Hate U Give // Angie Thomas

Meinung

Ich sitze nun schon eine ganze Weile an dieser Rezension und weiß einfach nicht, wie ich meine Gedanken zu „The Hate U Give“ in Worte fassen soll. Dieser Roman ist besonders. Er hat mich sehr nachdenklich gestimmt, mich vor den Kopf gestoßen und ein wenig ratlos zurückgelassen. Nicht weil das Buch schlecht ist – keinesfalls! –, sondern weil die darin geschilderten Ereignisse so brutal und schockierend sind. Angie Thomas hat mir eine Welt eröffnet, von der ich bisher nichts wusste, oder vielleicht auch nichts wissen wollte. Obwohl „THUG“ eine fiktive Geschichte erzählt, könnte die Handlung kaum realistischer sein. Und die Realität ist ernüchternd.

Rassismus stellt auch in unserer heutigen Gesellschaft noch immer ein großes, stets präsentes Problem dar. Leider. Was mich jedoch jedes Mal auf’s Neue bestürzt, ist die Gewaltbereitschaft von weißen US-Polizisten gegenüber Schwarzen. In letzter Zeit häufen sich Vorfälle, bei denen Unschuldige einfach erschossen wurden. Von einem solchen Mord und dessen Folgen handelt „The Hate U Give“. Die 16-jährige Starr sitzt bei ihrem Freund aus Kindheitstagen, Khalil, im Auto, als dieser von einem Polizist kontrolliert und erschossen wird. Sie kann sich nicht wehren, muss völlig hilflos dabei zusehen, wie es geschieht. In dieser Szene, gleich zu Anfang des Buches, geht alles so schnell. Mann kann es einfach nicht fassen, fühlt sich genauso klein und machtlos wie Starr.

Als Leser erhält man fortan einen Einblick in Starrs Alltag, nach der Tragödie. Natürlich ist Starr schwer traumatisiert, doch es ist nicht der erste Verlust dieser Art, den sie verkraften muss. Unter anderem dreht sich der Roman auch um Starrs Spagat zwischen Garden Heights, einem von Drogengangs beherrschten Ghetto, und der Privatschule, die ihr ihre Eltern ermöglichen. Allerdings wird schnell klar, dass Starr sich hin und hergerissen fühlt bzw. versucht, diese beiden Welten strikt voneinander zu trennen. Zuhause kann sie ganz sie selbst sein, doch in der Schule passt Starr sich an ihre weißen Freunde an, um nicht als das Mädchen aus dem Ghetto zu gelten. Nach Khalils Tod beginnt die Protagonistin, manche Dinge, sowie Freundschaften zu hinterfragen, wobei sie zunächst nicht den Mut aufbringt, ihre Stimme zu erheben.

Neben Khalils Prozess (hierzu möchte ich an dieser Stelle nicht mehr verraten), nehmen Themen, wie beispielsweise Familie und Gemeinschaft einen großen Teil der Handlung ein. Denn auch wenn Starr aus einem armen Viertel kommt und schon viel zu oft mit Dingen konfrontiert wurde, die ein Mädchen ihres Alters nicht erleben sollte, hat sie eine fürsorgliche und liebevolle Familie. Ich mochte diese Dynamik sehr.

Die deutsche Fassung von „The Hate U Give“ enthält einige englische Slang-Wörter, die zwar authentisch wirken, den Lesefluss aber zunächst etwas stören. Es dauerte eine Weile, bis ich mich daran gewöhnt hatte. Davon abgesehen fand ich das Buch großartig und fürchte, meine Rezension wird dieser Einschätzung überhaupt nicht gerecht.

Deswegen solltest du dir unbedingt selbst ein Bild machen!

{ A Heart for Books } The Hate U Give // Angie Thomas

Fazit

Ein Roman, der das Potenzial hat, ein moderner Klassiker zu werden. Schockierend, realistisch, aufrüttelnd, ungerecht, niederschmetternd und hoffnungsvoll zugleich. Starrs Geschichte wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben.

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6 Comments

  • Reply
    Tabea
    August 3, 2017 at 4:26 pm

    Irgendwo habe ich wohl schon mal von dem Buch gehört, aber erst du hast es gschafft, meine Neugierde zu wecken.

    Obwohl ich eigentlich ein Freund von leichter Lektüre bin, brauche ich manch ma Abwechslung und so ein aktuelles Thema kann mich da oft begeistern, auch wenn ich Angst davor habe, dass es nicht leicht werden wird, den Inhalt zu verarbeiten.

    Dass man aber direkt am Anfang damit konfrontiert wird, finde gut. Nichts nervt mich mehr, als wenn glückliche Geschichten erst am Ende schlimm werden…

    Liebe Grüße

  • Reply
    Jule
    August 3, 2017 at 7:22 pm

    Das Buch klingt sehr interessant und werde ich sicherlich mal genauer anschauen und lesen 🙂 Danke für die Rezension davon! Viele Grüße 🙂

  • Reply
    Linda
    August 4, 2017 at 8:45 am

    Toller Artikel und super geschrieben! Macht auf jeden Fall Lust, das Buch zu lesen und bringt auch die Stimmung des Romans herüber. Gerade weil ich mal Austauschschüler in den USA war und solche Proteste in meiner Nähe stattgefunden haben, und es auch so einen Fall in der Nähe gab, wo ich allerdings schon wieder zurück in Deutschland war, berührt mich dieses Thema sehr.

  • Reply
    Christine
    August 4, 2017 at 12:05 pm

    Oh ja, Rassismus ist leider immer noch ein großes Thema…
    Auch wenn nicht so extrem, haben wir das selbst gerade erst erlebt. Der Freund meiner Schwester ist Iraner und hat daher dunklerer Haut. Es ist also für jeden ersichtlich, dass er schon mal kein Deutscher ist… da erlebt man das ein oder andere Mal wirklich Situationen zum aus der Hautfahren und möchte manchen Leuten echt gerne eine Ohrfeige verpassen.
    Und das reichte sogar in die eigene Familie…

  • Reply
    Sarah
    August 5, 2017 at 2:50 pm

    Sieht auf jeden Fall alleine vom Cover her sehr interessant aus! 🙂

  • Reply
    Neri
    August 5, 2017 at 5:09 pm

    Von dem Buch liest man so viel Gutes, ich finde das Cover sehr gelungen und möchte das Buch auch unbedingt lesen.

    Neri, Leselaunen

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