16 In Lifestyle/ Personal/ Photography

Die Ruhe genießen und wie man es lernt

Die Ruhe genießen und wie man es lernt

Ich atme ganz bewusst tief ein, fülle meine Lunge mit der kühlen Oktoberluft. Gierig. Als wäre es das letzte bisschen Sauerstoff, das ich bekommen könnte. Als wäre dies mein letzter Atemzug. Es riecht nach Herbst und nach Natur und nach Heimat. Ein Duft, welchen ich sehr tröstlich finde. Meine Fingerspitzen sind kalt, aber es stört mich kaum, denn in diesem Moment bin ich zufrieden. Die Stille im Wald ist wohltuend. Kein Lärm, keine Menschen. Manchmal reicht es schon, unter einem großen Baum zu sitzen und die Ruhe zu genießen, um glücklich zu sein. 

Die Ruhe genießen und wie man es lernt

Die Ruhe genießen und wie man es lernt

Die Ruhe genießen und wie man es lernt

Die Ruhe genießen und wie man es lernt

Warum ich gerne alleine bin

Die Stadt übt eine gewisse Faszination auf mich aus. Ich mag ihre grenzenlosen Möglichkeiten, den Trubel und den Lifestyle. Aber ich weiß auch ganz genau, dass ich auf Dauer nicht für ein Leben in der Big City gemacht bin. Es gibt Leute, die brauchen stets andere Menschen um sich herum, fühlen sich ohne Gesellschaft verloren. Obwohl ich mich selbst zwar nicht als besonders schüchtern bezeichnen würde und durchaus eine kontaktfreudige Person bin, liebe ich es, zwischendurch einfach die Ruhe genießen zu können. Ich bin gerne alleine. Es macht mir nichts aus, Zeit mit mir selbst zu verbringen, denn ich wusste mich schon immer anderweitig zu beschäftigen. Und manchmal, wenn ich viel unterwegs war, sehne ich mich sogar nach ein wenig Ruhe. Nichts ist so befreiend, wie ein Waldspaziergang – nur ich, meine Gedanken und die Geräusche der Natur!

Die Ruhe genießen und wie man es lernt

Die Ruhe genießen und wie man es lernt

Die Ruhe genießen und wie man es lernt

Keine Angst vorm Alleinsein

Dabei ist das Alleinsein übrigens keinesfalls mit Einsamkeit gleichzusetzen. Ich bin zwar oft alleine, jedoch nicht einsam. Denn wer Einsamkeit empfindet, fühlt sich traurig, verloren, im Stich gelassen – unzufrieden. Die Einsamkeit ist eine negative Emotion, welche häufig mit Alleinsein verwechselt wird. Meiner Meinung nach bedeutet Alleinsein aber nicht, dass man keine Freunde im Leben hat. Es ist nichts Schlechtes, auch wenn das viele Leute denken. Nein, die Fähigkeit, Zeit nur mit sich selbst verbringen zu können, ohne sich einsam zu fühlen, ist sogar wichtig! Nur so kommt man mit sich und der Welt ins Reine. Die Angst davor ist unbegründet. Wer sich bewusst für das Alleinsein entscheidet, wird schnell bemerken, wie glücklich die Ruhe machen kann, wie entspannend sie ist.

Genießen lernen ist ganz einfach

  • Stelle dir selbst die Frage, ob du wirklich alleine sein möchtest oder ob du durch äußere Umstände dazu gezwungen wirst. Falls dies der Fall ist, überlege, welche Tätigkeit niemand außer dir mag und mache anschließend genau das!
  • Drifte nicht in eine digitale Welt ab, sondern bleibe im Hier und Jetzt. Denn wir neigen dazu, das Smartphone sofort aus der Tasche zu holen, sobald wir auch nur einen kurzen Moment alleine sind. Beim Essen, beim Überqueren der Straße oder Seriengucken. Multitasking hindert dich daran, einen Moment, und mag er noch so unbedeutend erscheinen, mit allen Sinnen wahrnehmen zu können. Wenn du das nächste Mal auf den Bus wartest, setze dich auf eine Bank und versuche, deine Umgebung eingehend zu mustern.
  • Finde Schönheit im Gewöhnlichen. Klingt kitschig, aber wenn ich alleine in der Natur bin, bemerke ich Details, die mir sonst nicht auffallen. Die Art, wie das Licht durch die Baumkronen bricht oder das Zwitschern der Vögel. Manchmal schaue ich auch gerne in den Himmel und sehe zu, wie sich die Wolken ständig neu formen.
  • Rechtfertige dich vor niemanden dafür, dass du etwas alleine unternimmst und fühle dich deswegen auch nicht komisch. Man braucht nicht immer den ganzen Tag Gesellschaft.

Die Ruhe genießen und wie man es lernt

Die Ruhe genießen und wie man es lernt

Bist du gerne alleine?

MerkenMerken

You Might Also Like

16 Comments

  • Reply
    Tabea
    Oktober 21, 2017 at 7:55 pm

    Ach Carolin,

    allein schon der Titel hat mich total neugierig gemacht. Ich kann es nämlich nur ganz schwer genießen, NICHTS zu tun 😉 Dabei sollte ich mir wohl echt mehr Pausen gönnen…

    Aber die Natur hilft mir auch, ab und zu wenigstens kurz abzuschalten. Manchmal stehe ich dann einfach eine Weile in der Sonne – oder ich liege mit der Kamera im Sommer im Gras und knipse Wolken 😉
    Wälder sind aber wirklich magisch… und da fällt mir auf, dass ich dort dieses Jahr viel zu wenig war.

    Genau wie du bin ich zwar echt kontaktfreudig und quatsche auch öfters Menschen, die mir begegnen aus heiterem Himmel an, aber ich brauche auch Ruhe und viiiel Zeit für mich. Ich merke schon, dass ich emotional am Ende bin, wenn ich 10 – 12 Stunden lang Vorlesungen hatte… dann radele ich zum Pony, hoffe, niemanden im Stall zu treffen, weine eine Weile und setze mich dann alleine vor meinen Laptop, wo ich langsam wieder entspannen kann. Ein Spaziergang ist jetzt nach Einbruch der Dunkelheit eben keine gute Option mehr… da versinke ich lieber in das Tippen von Kommentaren und die Arbeit an meinem ersten Buch 😉

    Auch, wenn ich ganz allein lebe, fühle ich mich nur selten einsam – nämlich dann, wenn mir jemand ein lange geplantes Treffen kurzfristig absagt oder ich Familienfeiern wegen der Hochschule verpasse. Und wenn mich jemand anmault und nieder macht, dann vermisse ich es auch, jemanden zu haben, der mich in den Arm nimmt.

    Dinge allein zu tun, die sonst keiner mag, ist manchmal der Schlüssel zum Glück. Ich blogge ja nun schon seit 5 Jahren, obwohl das sonst niemand aus meinem Umfeld aktiv macht… und ich nähe und stricke und gehe viel spazieren – egal, was andere denken 😉

    Online bin ich dann aber doch oft… aber eben, weil ich das möchte. Ich hätte sonst einfach nicht genug Zeit, meinen Blog so zu führen, dass ich mit ihm zufrieden bin. Und der Kontakt zu meinen Freunden beschränkt sich eben seit dem Studium auch eher auf Whatsapp…

    Schönes im Gewöhnlichen sehe ich aber häufig trotzdem! Wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin oder jogge, dann ist das Licht oft so besonders. Oder die Sonnenuntergänge im Moment… Ach, und Eichhörnchen sind mir letztens auf dem Weg zum Einkauf im Park begegnet – die waren auch niedlich!
    Wolken beobachten ist tatsächlich etwas, was ich ebenso wie du mag 🙂

    Ich habe inzwischen allen nahestehenden Menschen gesagt, dass ich manchmal einfach allein sein muss. Sie akzeptieren das – aber seit sie es wissen, fällt es ihnen leichter, meine Launen zu verstehen.

    So, und jetzt noch zwei Mal lobende Worte: Ich finde die Bilder hier alle sehr stimmungsvoll und herbstlich.
    Ich finde es wundervoll, dass du immer das gute im Leben siehst, kämpfst und das beste aus der Situation machst. Ich drücke dir echt die Daumen, dass die Forschung voranschreitet, damit man eine Verschlimmerung aufhalten kann und du nicht die Blicksteuerung brauchst! Davor hätte ich nämlich auch Angst. Aber du bist wirklich ein wundervoller Mensch und mit deiner Persönlichkeit eines meiner allergrößten Vorbilder!

    Liebe Grüße

    • Reply
      Carolin
      Oktober 30, 2017 at 2:41 pm

      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar, Tabea! ich freue mich sehr, dass du dir immer so viel Zeit nimmst, um auf meine Posts zu antworten. Da habe ich manchmal schon ein ganz schlechtes Gewissen, wenn ich nicht sofort zum Antworten komme.
      Die Natur ist meiner Meinung nach auch die beste Möglichkeit, um ein wenig runter zu kommen und zu entspannen. Zum Glück haben wir hier so eine schöne Landschaft! Man muss nur vor die Tür gehen und ist schon im Grünen. 🙂 Meine Schwester sagt auch immer, dass sie beim Pferd am Besten vom Alltagsstress abschalten kann. Tiere sind einfach die besten Seelentröster.
      Ich selbst bin jedoch auch froh, wenn ich beim Spazieren niemanden treffe und ganz in Ruhe fotografieren kann.
      Auf dein Buch bin ich ja schon echt gespannt! Du musst mich unbedingt auf dem Laufenden halten, was der Verlag dazu gesagt hat. Mich würde auch brennend interessieren, wie man sowas überhaupt angeht. Vielleicht hab ich ja auch die Geduld irgendwann mal eines zu schreiben. Ich träume nämlich schon seit der Grundschule von einer Karriere als Schriftstellerin. 😀
      Mich ärgert es übrigens auch immer sehr, wenn mir jemand ein Treffen ganz kurzfristig absagt. Okay, das ist ja nicht immer böse gemeint oder so, aber trotzdem blöd, wenn man sich schon darauf gefreut hatte. Bei mir beschränkt sich der Kontakt zu meinen Freunden leider auch größtenteils auf Whatsapp, da viele meiner Freunde studieren und deswegen nicht so oft zuhause sind oder generell wenig Zeit haben. Einerseits ist das schade, andererseits bin ich froh, dass es heutzutage so viele Möglichkeiten zur Kommunikation gibt.
      Und ich danke dir so sehr für deine lieben Worte! Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. <3

  • Reply
    Sophie
    Oktober 21, 2017 at 11:42 pm

    Toller Post! Ich hätte manchmal gern Zeit um einfach nichts zu tun und das zu genießen… ich habe im Moment viel zu viel zu tun. Ich freue mich schon aufs nächste Jahr, das wird vermutlich entspannter. 🙂

    Klasse Fotos übrigens, sehr schön herbstlich <3

    • Reply
      Carolin
      Oktober 30, 2017 at 1:37 pm

      Dankeschön! Manchmal bräuchte der Tag echt mehr als 24 Stunden, damit man alles erledigen kann, was man so vor hat. Manchmal wünsche ich mir auch mehr Zeit für den Blog oder einfach generell mehr Zeit.

  • Reply
    Mara
    Oktober 22, 2017 at 1:49 pm

    Zeit und Ruhe für sich selbst ist wirklich so so wichtig!
    Mich bringt das jedes Mal wieder runter und macht mich viel glücklicher! 🙂

    • Reply
      Carolin
      Oktober 30, 2017 at 1:40 pm

      Da kann ich dir nur zustimmen!:)

  • Reply
    Leselaunen
    Oktober 22, 2017 at 4:18 pm

    Sehr schöne Bilder hast Du da verwendet. Ich bin gerne für mich allein. An manchen Tagen lieber als an anderen.

    Neri, Leselaunen

    • Reply
      Carolin
      Oktober 30, 2017 at 1:39 pm

      Vielen Dank! Ja, das sehe ich genauso.

  • Reply
    bknicole
    Oktober 22, 2017 at 5:21 pm

    Erstmal wunderschöne Bilder <3. Die sind mal wieder sowas von toll geworden. Den Text kann ich auch nur voll unterschrieben. Fast alle meine Freunde würden mich als sehr offen und extrovertiert beschrieben, da ich kein Problem habe andere anzusprechen, Kontakte zu knüpfen und immer was zum Reden finde, aber ich brauche ab und an auch Zeit nur für mich und die nehme ich mir einfach. Früher in der Jugend hatte ich immer das Gefühl was zu verpassen, sodass ich ungerne alleine war und immer überall mit hin bin, auch wenn ich vielleicht doch nicht so viel Lust darauf hatte, aber mit der Zeit habe ich dieses Gefühl abgelegt und gemerkt wie wichtig diese Zeit nur für mich ist. Zeit in der ich Dinge mache, die ich liebe und einfach mal vom stressigen Alltag abschalte. Heute finde ich es nicht schlimm, wenn ich mal ein Wochenende nur für mich habe, sondern freue mich sogar darüber. Zeit am blog zu arbeiten, zu lesen oder meine Lieblingsserie zu suchten, damals wäre mir das unangenehm gewesen. Spazieren gehe ich auch sehr gerne – manchmal alleine, oft aber auch mit Freunden, weil man da so schön plaudern kann.

    Heute würde ich mich aber niemals dafür rechtfertigen, dass ich etwas alleine mache. Denn man muss sich selbst auch lieben lernen und auch das Alleinsein erlernen. Man hat nicht immer jemanden an der Seite der einem das Händchen halten kann, manche Dingen muss man im Leben auch alleine tun.

    Dankeschön für deine lieben Worte <3. Du musst dort unbedingt einmal Urlaub machen, denn die Stadt ist atemberaubend. Meine Faszination für das Land und die Geschichte ist ungebrochen. Ich möchte sogar noch einmal nach London und natürlich dann auch weitere englische Städte besuchen, weil ich gar nicht alles von meiner Liste an Dingen, die ich unbedingt sehen wollte, streichen konnte.

    Aufregend und auch nervenaufreiebend, weil ich ja doch etwas Flugangst habe. Sicherlich gibt es da noch extremere Fälle, aber ich kann die Nervosität und das Unwohlsein da schwer ablegen.

    • Reply
      Carolin
      Oktober 30, 2017 at 4:35 pm

      Dankeschön! Ich muss zugeben, dass ich die Fotos selbst total liebe! Die Herbststimmung ist einfach so schön und ich bin sehr gerne im Wald spazieren.
      In größeren Gruppen bin ich immer jemand, der nicht so viel sagt und dafür lieber den anderen Leuten aufmerksam zuhört. Das kommt allerdings nicht, weil ich schüchtern bin oder mich nicht traue, auf jemanden zuzugehen. Manchmal weiß ich halt nicht, was ich sagen soll. Dann halte ich mich lieber im Hintergrund. Im Mittelpunkt zu stehen ist mir nicht wichtig, jedoch treffe ich gerne neue Leute und unternehme auch gerne mal was. Zwischendurch finde ich es jedoch sehr schön, alleine zu sein.

  • Reply
    Claudia
    Oktober 22, 2017 at 6:00 pm

    So ein schöner und hilfreicher Post, der gerade zur richtigen Zeit kommt. Danke dafür.

    Momentan frisst mich der Stress auf. Allerdings kann ich mich schwer aufraffen, Dinge alleine zu tun (zb einen Spaziergang). So wie du es beschreibst klingt es aber wunderbar. Das Smartphone werde ich in Zukunft aber tatsächlich mehr liegen lassen, das hatte ich mir gerade heute früh vorgenommen (die Sache mit dem Serien gucken und Smartphone kam mir gerade seeeehr bekannt vor).

    LG, Claudia
    http://junegold.blogspot.de

    • Reply
      Carolin
      Oktober 30, 2017 at 1:42 pm

      Freut mich, wenn dir mein Beitrag helfen konnte! Ich hoffe natürlich sehr, dass der Stress bei dir bald wieder nachlässt.

  • Reply
    Christine
    Oktober 23, 2017 at 10:46 am

    Endlich mal was, womit ich kein Problem habe! Ich kann Ruhe super genießen. Und auch Waldspaziergänge usw.
    Wobei ich es hin und wieder dann auch total genieße in einer wirklich großen Stadt unterwegs zu sein. Das mag ich dann immer nicht lange, aber kurzzeitig finde ich die Energie und das Rastlose dort dann wieder sehr spannend!

    • Reply
      Carolin
      Oktober 30, 2017 at 1:44 pm

      Geht mir ganz genauso! Ich liebe Waldspaziergänge, aber im Sommer unternehme ich sehr gerne Städtetrips und fühle mich da dann auch sehr wohl.

  • Reply
    Linni
    Oktober 26, 2017 at 8:22 am

    Hallöchen,
    ab und an genieße ich es, wenn ich alleine bin. Dann mache ich, was ich will und zwar ohne schlechtes Gewissen. Diese Zeit für mich brauchte ich schon immer. Meine Mutter meinte auch, dass ich als Kind immer wieder mal alleine in meinem Zimmer war und die Tür zugemacht habe. Dann habe ich einfach nur gespielt oder gelesen. Zwar spiele ich jetzt nicht mehr, aber ich kann mich sehr gut alleine beschäftigen. Ich finde es ist nämlich ein Unterschied zu alleine sein und einsam sein. Und einsam bin ich dann eben nicht!

    Liebst Linni
    http://www.linnisleben.de

    • Reply
      Carolin
      Oktober 30, 2017 at 1:47 pm

      Ich konnte mich ebenfalls immer schon sehr gut alleine beschäftigen. Konnte als Kind stundenlang alleine Puppen spielen oder lesen, wobei ich letzteres auch heute noch mache. Meistens genieße ich es sehr ein paar Stunden lang ganz für mich alleine zu sein.

    Leave a Reply