13 In Featured/ Lifestyle/ Personal

Keine Grenzen

Keine Grenzen

Keine Grenzen

Träumen.
Wünschen.
Wagen.
Leben.

So muss es laufen.

Mein ganzes Leben lang hatte ich Angst vor Grenzen. Angst vor dem Scheitern. Manchmal zweifelst du mehr an dir selbst, als gut für dich ist und das führt dazu, dass du irgendwann nur noch nach Ausreden suchst. Es geht nicht. Du schaffst das nicht. Es ist zu kompliziert. Diese Vorwände sind bequem, kommen leicht über die Lippen, doch sie schützen auch vor Enttäuschungen. Nicht immer kann alles glatt laufen, also versuchst du es lieber gar nicht erst. Aber nach und nach sammeln sich immer mehr Träume und Wünsche an, die verwirklicht werden wollen. Sie türmen sich über dir auf wie eine riesige Welle. Majestätisch und furchteinflößend zugleich. Bereit, dich jederzeit zu verschlucken.

Du willst nicht warten. Du willst nicht scheitern.
Ich möchte nicht noch länger warten.

Viel zu lange sah ich mein Leben durch einen Schleier, ließ Stunden und Tage verstreichen, während jeder um mich herum einfach handelte, ohne lange zu zögern. Ich habe sie dafür gehasst und gleichzeitig bewundert. Warum kann ich nicht genauso sein? Machen statt nur zu träumen. Etwas wagen. Vielleicht ist gerade jetzt der richtige Moment. Doch mit jeder verpassten Chance fühlte ich mich kleiner, geschrumpft und wütend. Wütend auf mich selbst, weil ich mich nicht traute, meinen Hintern zu heben. Weil es mir so schwer fiel, mich außerhalb der Komfortzone zu bewegen. Weil ich mich nicht aufraffen konnte, die Dinge anzugehen, ohne Rücksicht auf Verluste. Oder wollte ich es nicht versuchen?

Keine Grenzen

Die Angst vor Enttäuschungen lähmt mich. So oft hat man mir gesagt, was ich nicht tun kann und ein Teil von mir nahm diese Zweifel dankend als Geschenk, verinnerlichte jedes Wort, jede Geste. Obwohl es keinen Grund dazu gab, denn wie oft hatte ich einen guten Tag und habe allen das Gegenteil bewiesen? Oft. Aber nicht oft genug. Nicht oft genug, um mich selbst zu überzeugen. Ich will nicht, dass all die Kritiker recht behalten, doch abzuwarten ist so viel einfacher. So sicher.

Tausend Gründe dagegen. Wie viele sprechen dafür?
Wo sind die Grenzen?

Sie verschwimmen, verblassen im Licht. Und plötzlich sehe ich ein, dass es sich nicht lohnt, abzuwarten, um auf alle Eventualitäten, Rückschläge und Emotionen vorbereitet zu sein. Das kannst du nie. Ich muss mich auf das Leben einlassen, es nicht nur schüchtern aus der Ferne anlächeln, sondern die Initiative ergreifen. Hallo Leben, hier bin ich. Lass uns tanzen. Jetzt sofort! 

Andernfalls werde ich mich immer fragen, was ich hätte erreichen können. Welche Person ich geworden wäre, hätte ich mir selbst nur mehr vertraut. Wo sind die Grenzen?

Träumen.
Wünschen.
Wagen.
Leben.

Nein, es gibt keine Grenzen.

Nicht heute. Nicht morgen. Nicht für mich.

You Might Also Like

13 Comments

  • Reply
    Leselaunen
    August 18, 2017 at 7:48 pm

    Ich erkenne mich in Deinem Text so wieder und das ist so schön, denn dadurch berührt er mich sehr! Du kannst toll schreiben!

    Neri, Leselaunen

    • Reply
      Carolin
      August 26, 2017 at 11:28 am

      Danke! 🙂 Ich glaube tatsächlich, diese Phasen hat jeder ab und zu.

  • Reply
    Linni
    August 18, 2017 at 8:00 pm

    Hallo,

    ich bin begeistert von deiner Art zu schreiben. Das ist wirklich ein sehr schöner Beitrag. Ich freue mich auf noch mehr!

    Liebst Linni
    http://www.linnisleben.de

    • Reply
      Carolin
      August 26, 2017 at 11:30 am

      Vielen lieben Dank! Das freut mich sehr.

  • Reply
    Julia
    August 19, 2017 at 11:00 am

    Sehr schöne Worte und sehr schöne Bilder dazu…

    Liebste Grüße
    Julia

    • Reply
      Carolin
      August 26, 2017 at 11:30 am

      Dankeschön!

  • Reply
    Tabea
    August 19, 2017 at 8:12 pm

    Ich finde, du hast hier mal wieder ein wichtiges Thema mitgebracht… Wer nicht wagt, kann nicht verlieren… Früher ging es mir auch so, dass die Angst mich gehemmt hat, weil ich eben nicht scheitern wollte. Heute bin ich allerdings eher jemand, der bereit ist, etwas zu riskieren, denn ich lebe nach dem Motto „Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“. Ich weiß zwar nicht mehr, wo ich den Spruch damals gelesen habe, aber mit denn Jahren habe ich ihn zum Glück immer mehr verinnerlicht und arbeite seitdem an meinen Wünschen.

    Trotzdem bin ich mir aber sicher, dass sich auch dein Umfeld nicht immer sofort dazu durchgerungen hat, etwas in Angriff zu nehmen. Meist haben die Leute sicher vorher auch lange überlegt, bevor sie sich dafür entschieden haben – richtig spontan sind nur die wenigsten bereit, etwas zu riskieren und Träume zu Zielen werden zu lassen. Aber solange eine Person dir nichts von solchen Gedanken erzählt, bekommst du die lange Zeit, die es dauert, bis es bei „Ich versuch es jetzt.“ ist, gar nicht mit.
    An deiner Stelle würde ich auch versuchen, verstrichene Chancen als Mahnung zu sehen, nicht noch mehr von ihnen verstreichen zu lassen… nicht etwa als Hemmung nach dem Motto „Da hast du es nicht geschafft, also wird das jetzt eh auch nichts.“. Ich glaube aber, dass das für dich vielleicht auch schwerer sein kann als für mich, weil du eben doch eher mal gesagt bekommst, dass du etwas nicht kannst, als das bei jemandem mit funktionierenden Beinen der Fall ist… und egal ob man will oder nicht, irgendwann verinnerlicht man sowas, wie ich ja bei den Kommentaren meines Umfeldes merken konnte. In meiner Kindheit wurde ich oft pummelig und dick genannt… und das habe ich dann geglaubt, bis ich stark untergewichtig war.

    Dass Kritiker Recht behalten ist immer meine größte Sorge – und fühlt sich aufgeben oder Pläne nicht umsetzen für mich ganz grausam an, sodass ich immer alles direkt anfange und mich teils auch damit quäle.

    Wundervoll hast du den Post beendet – die Worte wirken einfach so stimmig und motivierend! Du hast so ein Talent, deine Gedanken in Worte zu fassen 🙂

    Liebe Grüße und viel Erfolg beim Tanzen mit dem Leben!

    • Reply
      Carolin
      August 26, 2017 at 1:11 pm

      Vielen Dank für deine lieben Worte, Tabea! Du rast recht, den anderen geht es bestimmt oft ganz genauso und man bekommt es nur nicht mit. Trotzdem muss ich mir in Zukunft einfach mehr zutrauen und Sachen wagen, auch wenn die Möglichkeit besteht, dass es nicht klappt. Dein Motto bringt es auf den Punkt! 🙂

  • Reply
    Linda
    August 20, 2017 at 3:49 pm

    Toll geschriebener Text! Ich erkenn mich da in so vielem wieder. Das passt jetzt zwar nicht 100%, aber der text erinnert mich an früher, wo ich noch unglaublich schüchtern war und mich immer gefrgat habe, wie andere so schnell Freundschaft schließen können und auf Veranstaltungen nicht erstmal allein in einer Ecke sitzen weil sie sich nichtt raus trauen. Aber dadruch hab ich auch so viele Chancen verpasst.

    • Reply
      Carolin
      August 26, 2017 at 3:58 pm

      Dankeschön! Ich freue mich immer sehr, wenn sich auch meine Leser in meinen Texten wiederfinden können.

  • Reply
    Hannah
    August 26, 2017 at 11:15 am

    Huhu meine Lieblings-Cora,

    ein wahnsinnig schöner Post – ohne Worte meinerseits! <3
    Und genau die Einstellung möchte ich auch öfter haben: Einfach machen.

    Alles Liebe,
    deine Hannah

    • Reply
      Carolin
      August 26, 2017 at 4:00 pm

      Dankeschön für deinen Kommentar, meine Lieblings-Hannah! <3

  • Reply
    Monatsrückblick Juli und August - Habutschu!
    August 31, 2017 at 7:39 am

    […] Carolins Gedanken über hemmende Gedanken und selbst geschaffene Grenzen des […]

  • Leave a Reply