6 In A Heart for Books/ Books/ Review

{ A Heart for Books } Paper Towns // John Green

Kann es wirklich sein, dass ich seit März keine Rezension zu einem Buch geschrieben habe? Dabei sind mir in diesem Jahr schon so viele gute Geschichten untergekommen, die einen Post wirklich verdient hätten. Von nun an möchte ich also versuchen nicht nur mehr zu lesen (was mir in der letzten Zeit sowieso schon recht gut gelungen ist), sondern auch regelmäßiger darüber zu schreiben.
Wie ihr wisst bin ich ein großer Fan von John Greens Werken. Mittlerweile habe ich schon drei seiner Bücher gelesen – oder vielmehr verschlungen. Vor einigen Monaten nahmen wir Paper Towns als Lektüre im Englischunterricht durch. Was soll ich sagen? Ich war von der ersten Seite an verzaubert!

Titel: Paper Towns (dt. Margos Spuren)
Autor: John Green
Seitenanzahl (Taschenbuch): 320
Genre: Young Adult
Verlag: Bloomsbury Publishing PLC
Erscheinungsdatum: 16. Oktober 2008
ISBN: 9781408806593

Inhalt: When Margo Roth Spiegelman beckons Quentin Jacobsen in the middle of the night – dressed like a ninja and plotting an ingenious campaign of revenge – he follows her. Margo’s always planned extravagantly, and, until now, she’s always planned solo. After a lifetime of loving Margo from afar, things are finally looking up for Q… until day breaks and she has vanished. Always an enigma, Margo has now become a mystery. But there are clues. And they’re for Q.

Cover: Mittlerweile gibt es zwei Cover für dieses Buch. Auf meinem Exemplar ist die neuere Version abgebildet, die ich persönlich ein bisschen hübscher finde. Grafische Buchcover gefallen mir jedoch generell besser. Das Bild mit der Stadt aus Papier passt natürlich auch sehr gut zu Titel und Handlung.

Meine Erwartungen: Da ich, wie bereits erwähnt, ein großer John Green Fan bin, hatte ich natürlich gewisse Erwartungen an das Buch. Der Klappentext klang zumindest amüsant. Was mir an John Greens Romanen so sehr gefällt, ist, dass sie stets eine ordentliche Portion Humor mit tiefgründigen Gedanken kombinieren. Die Figuren sind immer authentisch. Es fällt nicht schwer, sich in sie hineinzuversetzen. Ich hoffte also darauf, genau diesen Mix auch in Paper Towns vorzufinden. Dass das Buch so spannend ist hätte ich allerdings nicht erwartet!

Meinung: Ich war sogleich mitgerissen von der Story rund um Quentin und die rätselhafte Margo. Q ist der Erzähler der Geschichte. Er schildert das Geschehen und wird dabei schnell zum absoluten Sympathieträger. Schon im Prolog wird klar, dass Q bereits seit Jahren mehr als nur Freundschaft für seine Nachbarin Margo empfindet. Als Kinder haben die beiden viel zusammen unternommen, teilten sogar ein ziemlich komisches Erlebnis miteinander.
Neun Jahre später gehen die Teenager getrennte Wege. Vermutlich liegt es daran, dass Quentin und seine Clique eher zu den Außenseitern gehören, während Margo sowas wie die Queen der High School ist. Allseits bekannt und beliebt. Für Q ist Margo kein normales Mädchen. Sie ist Margo Roth Spiegelman. DIE Margo Roth Spiegelman! Eine Göttin, ein Wunder, ein Mythos.
Mir tat Quentin fast ein bisschen leid, als er sie so aus der Ferne anschmachtete.

Als Margo jedoch eines Nachts wie in alten Zeiten vor Quentins Fenster steht und ihn bittet, ihr bei einem außergewöhnlichen Plan zu helfen, zögert er nicht lange. Und los geht das Abenteuer!
Während ihrem Trip durch die Nacht nähern sich die Charaktere nur ganz zaghaft an. Allerdings stellen die beiden ein extrem unterhaltsames Duo dar, da es sich bei den zwei um völlig gegensätzliche Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Vorstellungen handelt. Quentin Jacobsen legt viel wert auf Normalität und ein geregeltes Leben, hat genaue Pläne für die Zukunft. Margo hingegen ist temperamentvoll, chaotisch, mysteriös. Sie möchte kein langweiliges Leben führen und lässt niemanden so wirklich an sich ran. Als Leser habe ich mich oft gefragt, ob Margo Roth Spiegelman vielleicht nur eine gut einstudierte Rolle spielt, denn an manchen Stellen bröckelte die ach-so-toughe Fassade und brachte ein verletzliches Mädchen zum Vorschein.

Im Grunde ähnelt dieses Konzept dem Buch Eine wie Alaska stark und dennoch ist Paper Towns anders. Es geht um Wunschvorstellungen, um die Idealisierung einer Person und darum, ob man diese jemals richtig kennen kann. Zwischen High School-Alltag und Roadtrip-Abenteuern sind immer wieder clevere Lebensweisheiten verpackt.

Am Morgen nach ihrem gemeinsamen Abenteuer ist Margo verschwunden. Zwar ist die Schülerin bekannt dafür hin und wieder für ein paar Tage von zuhause abzuhauen, doch diesmal ist es anders. Quentin findet heraus, dass Margo ihm Hinweise hinterlassen hat, die er nun entschlüsseln muss und die Q an längst verlassene Orte führen. Seine Freunde Ben und Radar stehen ihm dabei zur Seite.
An dieser Stelle muss ich einfach erwähnen, dass die Jungs ein grandioses Dreiergespann abgeben! Jeder von ihnen hat seine Macken, doch besonders Ben mit seinen ständigen Sprüchen über Honeybunnies und Vorbereitungen für den Abschlussball brachte mich häufig zum Lachen! Außerdem nehmen die drei sich ständig gegenseitig auf die Schippe, was für den Leser ein echter Genuss ist. Manche Dialoge sind geradezu köstlich! Irgendwie stellt man sich eine echte Freundschaft zwischen jungen Kerlen genau so vor!

Mit jeder Seite tauchte ich weiter in die Geschichte ein. Genau wie Quentin war ich besessen davon, Margos Rätsel zu lösen und endlich ihre Beweggründe zu erfahren. Es fiel mir extrem schwer, das Buch zur Seite zu legen. Als ich schließlich am Ende angelangt war, machte sich ein wenig Ernüchterung breit. Ich kann nicht genau sagen wieso. Vielleicht hatte ich mir mehr Antworten erhofft oder vielleicht wollte ich auch einfach nicht, dass die Geschichte endet. Das Ende eines Buches ist einfach immer so ein Thema. Jeder hat eine andere Meinung dazu.
Aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt, der dem Gesamteindruck keinen Abbruch tut.

Schreibstil: Schon ab dem ersten Absatz war es um mich geschehen! Meiner Meinung nach hat John Green eine ganz besondere Art zu schreiben. Mit viel Witz und Charme, verständlich und dennoch tiefgründig. In diesem Buch stecken so viele tolle Zitate, dass ich mir fast den gesamten Roman farbig angestrichen habe. Manchmal blättere ich sehr gerne darin. Schauplätze wie die Minimall konnte ich mir dank der bildlichen Beschreibungen ebenfalls gut vorstellen.
Allerdings würde ich jedem raten, das Buch, falls möglich, in englisch zu lesen. Im Original wirken die Wortspiele und manche Textstellen einfach besser, haben viel mehr Aussagekraft.

Fazit: Paper Towns ist eine wunderbare Geschichte über Freundschaft, Liebe und das Erwachsenwerden. Auch nach Beendigung ließ mich die Handlung so schnell nicht mehr los, weswegen ich den Titel zu meinen Lieblingsbüchern zähle. Empfehlenswert für alle die YA-Lektüre mögen!

You Might Also Like

6 Comments

  • Reply
    Kate-Alison
    November 20, 2014 at 7:47 pm

    Wow,
    eine tolle Rezension! 🙂 Das möchte ich auch gerne lesen. Ich lese nämlich viel viel zu selten und das muss endlich mal geändert werden. Also vielen lieben Dank für den Tipp! 🙂
    Liebst, Kate von Liebstes von Herzen 🙂

  • Reply
    Belinda
    November 20, 2014 at 9:38 pm

    Ich muss sagen, dass Buch steht auch noch auf meiner Liste, welche Bücher ich lesen möchte. "Eine wie Alaska" und "das Schicksal ist ein mieser Verräter" habe ich bereits gelesen. Die Handlung von "Paper Towns" finde ich bereits jetzt interessant und freue mich das Buch zu lesen.
    Liebe Grüße
    Belinda von billysreise.blogspot.de

  • Reply
    H O N E Y
    November 21, 2014 at 11:18 am

    Richtig tolle Review. Werd ich mal ansehen ♥
    Mir gefällt dein Blog-Design übrigens auch sehr – passt zu dir & deinem Stil.

    Folge dir übrigens via gfc & freue mich schon auf den nächsten Artikel!
    Adoorablee.blogspot.com ♥

  • Reply
    bknicole
    November 21, 2014 at 3:33 pm

    Ich freue mich bei dir bald wieder mehr Buch Rezesionen zu lesen, denn ich finde du schreibst immer so wundervoll. Man kann deine Begeisterung immer sofort herauslesen und der Schreibstil ist sehr lebendig. Paper Towns wird ja nun glaube ich auch verfilmt, deshalb werde ich mir eher die Verfilmung anschauen, da ich zwar das Genre sehr gerne mag, aber nicht unbedingt in Buchform. Da lese ich einfach am liebsten Fantasy oder Thriller. Trotzdem toll geschrieben und ich finde es super, dass ihr so ein Buch im Englisch Unterricht gelesen habt. Wenn ich da an meine Schullektüre zurück denke, hätte ich mir auch so etwas gewünscht.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Mal schauen, wann ich sowas hinbekomme. Dauert wohl noch etwas. Im Moment komme ich ja gerade kaum zum Fotografieren, müsste auch unbedingt dieses Wochenende noch ein Outfit abfotografieren, aber ich bin halt echt komplett im Stress.

    Achso gut okay, jetzt hab ichs verstanden ;). Das Shirt ist aber auch sehr hübsch, wäre mir aber schon wieder zu viel Print. Irgendwie meide ich das mehr und mehr und kaufe meist mehr normales, elegantes. Das Band Shirt war bei mir auch mehr eine Ausnahme. Aber da hat natürlich jeder seine Vorlieben und das auch gut so :).

  • Reply
    Hannah J.
    November 22, 2014 at 10:38 am

    Hallo liebe Cora,

    eine wirklich schöne Rezi!!! 🙂 <3
    Das Buch möchte ich unbedingt auch noch lesen, weil ich John Greens Bücher liebe.
    Und dieses Buch wird ja jetzt auch verfilmt, da bin ich auch schon sehr gespannt darauf! *-*

    Ganz liebe Grüße,
    Hannah
    http://wonderworld-of-books-from-hannah.blogspot.de/
    <3

  • Reply
    christine polz
    November 26, 2014 at 10:39 am

    Gerade wenn man nach so langer Zeit dann merkt, dass man noch keine Rezession geschrieben hat und es dann doch noch macht, merkt man wirklich, dass einem ein Buch echt gefallen und im Gedächtnis geblieben ist.
    Ich kenne es nicht, aber als sehr emotionaler Mensch und Leser mache ich auch ehrlich gesagt einen Bogen um diesen Autor… Da kann ich durchgehend heulen…

  • Leave a Reply