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{ Talk About } Von Hashtags und dem Leben auf Instagram

Ich geb’s ja zu, ich bin ein Instagram-Opfer.
Während Netzwerke wie Facebook und Co. ihre Anziehungskraft auf mich fast gänzlich verloren haben, bin ich dem Instagram-Wahn dafür umso mehr verfallen. Wenn ich von der Schule komme, checke ich daher zunächst, was sich während meiner Abwesenheit alles getan hat. Wer hat welche neuen Fotos gepostet? War X schon wieder shoppen? Was hat er/sie gekauft? An welchem Sandstrand sitzt eigentlich Y und warum macht Z täglich gefühlte 437690056 Selfies von sich?

Seien wir doch mal ehrlich. Im Grunde ist das alles eine große Zur­schau­stel­lung, bei der ein regelrechter Affentanz um die eigene Person aufgeführt wird, um das Ego zu stärken. Die Individualität geht dabei irgendwie verloren, denn mittlerweile sehen fast alle Accounts auf Instagram erschreckend gleich aus. Übrigens nehme ich mein eigenes Profil da keinesfalls aus!
Zwar behaupten wir immer, unseren Followern Schnappschüsse unseres Lebens zeigen zu wollen, doch ist eine perfekt gestylte Schüssel Müsli mit herzförmig angeordneten Beeren und daneben die neueste Ausgabe der Vouge ernsthaft authentisch? Ich weiß nicht, wie es euch ergeht, aber mein Frühstück ist unglaublich unspektakulär, um nicht zu sagen langweilig. Außerdem stellen die zermatschten, in Milch ertrinkenden Haferflocken ein ziemlich trauriges Bild dar. Fotogen ist anders.

Das makellose Leben, der Lifestyle. Pure Illusion, nur inszeniert. Trotzdem ertappe ich mich selbst immer öfter dabei, wie ich hübsche Gegenstände auf dem obligatorischen weißen Untergrund (Ein Phänomen: Die Farbe Weiß übt eine große Faszination auf Blogger aus. Dabei werden weiße Sachen doch so schnell dreckig!) fotografiere und stolz meinen Abonnenten präsentiere. Wenn ich durch meinen Feed scrolle, frage ich mich jedoch hin und wieder, was der ganze Zirkus soll.

Ich sehe Fotos von Leuten, die täglich Bilder von ihrem Urlaub veröffentlichen, anstatt das WWW für ein paar Tage zu vergessen. Ich sehe weiße, helle Räume und unnatürlich ordentliche Schreibtische mit stets frischen Blumen. Und dank Photoshop hat heutzutage jeder absolut reine Haut auf den Duckface-Selfies, die mit einem zehn Centimeter langen Absatz an Hashtags versehen sind.
Irgendwie hat man viele der Motive auf Instagram schon so oft gesehen, dass man nur noch die Augen verdrehen kann, wenn das millionste #ootd #fromwhereistand der gleichen Person auf der Startseite erscheint. Warum fotografieren alle auch ständig ihre Füße? Was ist so interessant an Füßen?
Ein Hashtag den ich wohl nie verstehen werde, ist #foodporn. Egal ob Sushi, Macarons, Pizza, Donuts oder Omas Hühnerbrühe. Alles, was auch nur annähernd wie eine halbwegs verzehrbare Mahlzeit aussieht, wird so bezeichnet. Dazu noch der Becher von Starbucks und schon ist das Bild komplett. Für mich ist dieser Tag ein Rätsel. Ich meine, klar, er soll ausdrücken wie unglaublich lecker etwas schmeckt, aber… ich weiß auch nicht. Finde ich einfach dämlich.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass es auf Instagram viel mehr um Schein, als um Sein geht. Jeder möchte sich ein bisschen wichtig machen, wobei wir viel Wert auf optisch durchgestylte Bilder legen, die in der Tat sehr hübsch anzusehen sind.

Wie geht es euch bei dem Thema?

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14 Comments

  • Reply
    Nel m
    Februar 14, 2015 at 5:03 pm

    Hallo Carolin! Auf diesen Post habe ich ewig gewartet! 😀

    Ich stimme dir in jedem Punkt, den du angesprochen hast, zu! Mir ging der ganze Instagram-Zirkus so sehr auf den Zeiger dass ich kurzerhand mein Profil mit all den Bildern gelöscht habe. Außerdem finde ich Instagram total stressig. Man hat so eine Erwartungshaltung und so einen Druck, ich bin mal ganz ehrlich: wir alle wollen Follower und Likes, Bestätigung bekommen halt. Mich kann da keiner mehr vom Gegenteil überzeugen.
    Foodporn. Food-PORN! Das Wort ist einfach eklig! 😀 Generell muss ich sagen, dass du den Nagel echt auf den Kopf getroffen hast. Jeder inszeniert ein aufregendes, tolles Leben. Was ist so besonders daran, ein gesundes Müsli mit Früchten zu essen?! Machen das jetzt alle weil es IN oder weil es gesund ist?! Was geht es die Leute an, was ich zum Frühstück esse?! Wieso sollte ich damit angeben und jedem im Internet zeigen, wie gesund ich mich ernähre und wie toll das ist – was habe ich davon?! Warum fotografieren alle ihre bescheuerten Starbucks-becher mit ihren bescheuerten Namen drauf?!
    Tschuldige, das war jetzt unangebracht, ich möchte hier niemanden angreifen oder so – aber ich kann echt aggressiv bei dem Thema werden. Der Punkt ist nämlich wirklich der, das jeder den gleichen Scheiß macht:"Wenn A jetzt immer bei Starbucks Kaffee trinkt, muss ich das auch" Und was bringen einen 5k Follower und 320 Likes bei dem tollen Kaffebild?! Soll ich mir das ausdrucken und an die Wand hängen, damit ich jeden Tag sehen kann wie fame ich bin?! Oh Gott wie sehr ich das hasse! Alle fühlen sich so individuell und besonders und was weiß ich dabei machen sie alle die gleichen scheiß Trends mit und haben nichts eigenes zu zeigen!

    Okok. Es tut mir echt Leid, dass ich dich hier so vollspame. Das war eigentlich auch gar nicht mein Plan. Ich wollte nur sagen, dass du mir aus der Seele sprichst. Ich persönlich vermisse absolut rein gar nichts an dem Instagram-Wahnsinn! Ich finds affig und teilweise auch peinlich, was einige da von sich preis geben! Aber das habe ich wohl schon ganz gut rübergebracht 😀

    Liebste Grüße, Nele
    nureinfoto.blogspot.de

  • Reply
    Priscilla
    Februar 14, 2015 at 5:50 pm

    Haha richtig gute Post! Ich muss zugeben, ich verwende auch Hashtags – #foodporn geht mir dann aber doch zu weit…mindestens genauso schlimm finde ich es, wenn jemand ein Selfie macht und die Hashtags #sexy #hot etc. verwendet :-D.
    Instagram ist auch nicht mehr das, was es zum Anfang mal war…da ging es um HANDYfotos…mittlerweile benötigt man auch hier wieder DSLR Qualität um "mithalten" zu können.

    Ein fotowürdiges Frühstück habe ich bisher auch noch nie geschafft…:-D.

    Liebe Grüße
    Priscilla

  • Reply
    Nilishi
    Februar 14, 2015 at 5:59 pm

    Ich stimme dir bei vielem zu. Instagram ist einfach eine Plattform der reinen Selbstinszinierung, keinesfalls der Selbstdarstellung, da die Darstellung ermogelt ist. Auch ich schließe mich da nicht aus, jedoch gibt es bei mir so langsam Grenzen. Was ich erscheckend finde sind die "Statussymbole", die durch Instagram so 0-8-15 werden. Mich schrecken beispielsweise Michael Kors Taschen und Daniel Wellington Uhren ab, weil sie einfach jeder 2te in die Kamera hält, ganz nach dem Motto: "Endlich hab ich sie, jetzt kann ich sie auf Insta posten"… Aber wie du schon sagst, manchmal fasziniert mich diese scheinbar "perfekte" Welt. Doch muss man sich eben einfach bewusst machen, dass sie nur Schein ist und man drüber lachen kann 🙂

    Grüße
    Mindbroken

  • Reply
    puppenzimmer
    Februar 14, 2015 at 6:11 pm

    Ich seh das auch wie Du… Ganz schlimm find ich Digitalkamerafotos. Da geht der Sinn von instagram echt verloren…

  • Reply
    Neri Fee
    Februar 14, 2015 at 6:30 pm

    Ein guter Beitrag. Vor allem feie letzten Worte. Schein ist definitiv mehr als Sein auf Instagram.

    Neri
    http://www.neriflow.blogspot.de

  • Reply
    Steffi
    Februar 14, 2015 at 6:41 pm

    Ich gebe dir sowas von Recht!!
    Ich bin leider auch total Instagram-Süchtig, aber ich finde es immer noch wichtig, dass die Bilder real sind. Leute, die nur Heile-Welt-Bilder posten, die folge ich gar nicht erst. Sowas geht gar nicht!

  • Reply
    Vivien Rose
    Februar 14, 2015 at 6:41 pm

    Richtig guter Post! Ich bin bei vielen Sozialen Netzwerken und mag Instagram eigentlich echt gerne nur wie du schon sagtest nervt es wirklich wenn jeder das selbe fotografiert und online stellt oder eine Person mehrmals am Tag ein Selfie von sich in der gleichen Position veröffentlicht! genauso nervt es mich wenn immer diese ganzen Shoutout for shoutout fotos kommen oder unter fotos mit like for like oder comment for comment oder follow for follow kommentiert wird. Man möchte schließlich nur denen folgen von denen man auch die Fotos mag und wird auch nur diese Liken.
    von Facebook will ich garnicht erst anfangen … Das habe ich mittlerweile gelöscht.
    Ich wünsche dir einen wundervollen Tag!
    Liebste Grüße
    Vivi ❤
    http://lavieestibelle.blogspot.de/

  • Reply
    adventuresofamunicorn
    Februar 16, 2015 at 8:50 am

    hm ich weiß auch nicht, natürlich bin ich mir bewusst, dass vieles überstylt und drapiert ist, aber wenn ich mein müsli drapiere freue ich mich irgendwie auch dran. und dann denke ich wieder, schön dass instagram mich dazu inspiriert hat, mal sonntags herzen aus erdbeeren auf den salat zu legen. ist ja auch erinnerung für einen selbst. ich lasse mich auch gerne für klamotten oder so inspireren aber bisher gekauft habe ich mir zum beispiel nur ein kleid, dass ich bei einer dauernd im feed gesehen habe und ich habe bisher nicht bereut. so wie bei allem gilt: ich mache gerne mit aber bis zum exzess und übertreiben ist einfach ungesund. und wenn es einen so nervt, dann einfach mal abmelden 😉 das mit den spiegelreflexbildern finde ich aber auch schade, denn es ist ja eine handy-app. lg und viel spaß weiterhin beim fotografieren und #filterporn hahaha
    P.S.: Das Hashtag #skyporn mag ich aber wirklich.

  • Reply
    Malika Sarina
    Februar 16, 2015 at 4:24 pm

    Ich stimme dir in dem Punkt zu, dass Instagram viel mehr Schein als Sein ist. Und ja, diese ewig gleichen Hashtags nerven auch! Jedoch ist Instagram für mich auch Inspiration. Ich lase mich inspirieren von dem Lifestyle anderer Leute oder dem, den sie gerne hätten (und dann halt auf Instagram posten). Ich liebe verrückt kreative Bilder, die auf Instagram (manchmal) gepostet werden. Und im Museumsshop von Louisiana (Dänemark) habe ich ein Bich entdeckt: "THIS IS HAPPENING #Life Through the Lens of Instagram" heißt es und es zaubert mir regelmäßig ein Lächeln auf's Gesicht! Denn diese Bilder sind – so sinnlos einige auch sein oder scheinen mögen – Leben. Sie sind Inspiration und gute Laune!
    Ebenso kann bei Hashtags kreativ sein (wenn man denn will) und das macht auch Spaß 😀
    Was ich eigentlich sagen möchte: Bei Instagram kommt es – wie eigentlich bei allen Social Media Sachen (Bloggen nicht ausgeschlossen) auf die Perspektive an, nichts kann pauschalisiert werden und in jeder Sache kann man Gutes und Schlechtes entdecken 😉

    Liebe Grüße,
    Malika

  • Reply
    Sarah~ Loveletterbomb
    Februar 17, 2015 at 5:37 pm

    Zugegeben, du hast wirklich Recht mit deinem Text. Allerdings versuche ich das alles irgendwie entspannt zu sehen. Z.B. Essen fotografieren – Ich finde mein Essen, gerade auch in Restaurants einfach soo hübsch hergerichtet, dass ich es festhalten muss (das war schon weit vor Instagram so! :D) und Instagram ist dann eine feine Sache, die Bilder mit anderen zu teilen, sodass sie nicht auf meinem Handy vergammeln oder ich wahllos meine Whatsapp-Kontaktliste damit zuspammen muss :D…
    Manche Accounts scheinen aber wirklich ganz schön auf Ego zu gehen, das ist vermutlich unumgänglich. Das war leider schon immer so, sei es damals bei MySpace gewesen, bei Facebook oder hier beim Bloggen.
    Aus dem Grund ignoriere ich diese ganzen "l4l??"-Kommentare auch. Ok, zugegeben, ich nutze hier und da auch einen Hashtag, auch wenn es mir manches mal fast peinlich ist! 😀 ABER: Ich nutze die kleinen Rauten oft, um Bilder zu finden (z.B. hab ich so schon nach Haarfarben gesucht) und bilde mir dann ein, dass so andere auch meine Bilder finden könnten!

  • Reply
    Anna Sofie
    Februar 18, 2015 at 1:20 pm

    Super post. Und ich sehe das ganz genauso. Zwar drappiere ich meine Nagellacke auch gerne auf hellem Untergrund, aber du hast trotzdem recht.
    Toll finde ich es auch, wenn alle ihre Bilder von der super teuren Spiegelreflexkamera machen und dann die Bilder bei instagram hochladen. Das ist für mich absolut nicht der Sinn hinter instagram!
    <3

  • Reply
    Jana
    Februar 19, 2015 at 6:13 pm

    Sehr gut geschrieben & recht hast du. Ich bin auch zum Instagram-Junkie geworden, selbst poste ich aber nicht wirklich viel. Weil ich einfach keine Lust habe mein ganzes Zeug immer zu inszinieren. Weil "hässliche" Bilder bekommen keine oder nicht viele likes – also ist man unmotiviert 😀
    Aber so ist das nun mal – ein Trend, der irgendwann auch wieder out ist.
    Machen wir jetzt halt mit, bleiben so wie wir sind und alles ist gut 😛
    <3

  • Reply
    Vivien S.
    Februar 22, 2015 at 1:30 pm

    Vielleicht bin ich die einzige, aber ich bin da irgendwie anderer Meinung! 😀
    Wo du natürlich absolut recht hast, ist dass Instagram nicht mehr das ist was es mal war. Ich für meinen Teil habe noch nie ein Bild bei Instagram gelöscht und wenn ich bis ganz zum Anfang, Ende 2010 zurück scrolle, dann sehe ich bei mir selbst unterbelichtete, teilweise rauschende Schnappschüsse aus meinem Leben. Nicht hübsch, nicht fotogen, meiner damaligen Followeranzahl angepasst 10 Likes o.Ä.

    Und was MICH wahnsinnig aggressiv macht, sind die WIRKLICH immer gleichen Accounts – Hollistertüten auf der weißen IKEA-Bettwäsche, gestapelte UGG-Boots vor MK-Taschen und nackte Beinchen von 14 Jährigen Mädels die gar nicht ins Internet gehören neben ihrem Frühstück im Bett. Die sehen tatsächlich absolut gleich aus und sind für mich ziemlich sinnfrei.

    Aber, und jetzt kommt das große Aber: Leute die mich interessieren und deren Leben und Alltag in irgeneiner Form wichtig oder interessant für mich geworden sind, folge ich gerne. Auch, wenn es teilweise perfekte Bilder sind, das Frühstück drapiert und ein hübscher Filter drüber geklatscht wird. Jedoch kann man ja auch selbst entscheiden was man auf seinem Feed sehen will, und wenn man lieber unperfekte Accounts möchte, dann ist das ja kein Ding der Unmöglichkeit. Aber sind wir mal ehrlich: Man postet das, was funktioniert. Das ist nicht nur bei Insta so, das ist überall so – kein Mensch der Welt der Geld machen möchte (oder Ruhm, Likes, Follower, what ever in unserem Fall) desorientiert sich an Trends! Wenn nun mal schöne Bilder gut laufen, warum dann "hässliche" posten?

    Und ganz ehrlich – bevor ich mein Müsli hässlich fotografiere in dunklem Licht und die Beeren einfach draufklatsche kann ich mir doch 2 Minuten Zeit nehmen und das ganze hübsch herrichten – nicht nur für Instagram, sondern in erster Linie für mich. Und irgendwo ist doch die ordentliche und schöne Fotografie eben eine Wertschätzung an diese.

    Na ja, aber kann jeder sehen wie er will! 🙂 Ich persönlich liebe gerade das an Instagram, dass ich in erster Linie schöne ästhetische Fotos sehe und keine verwackelten Schnappschüsse aus denen ich keinen Mehrwert ziehe.

    Liebe Grüße!
    Vivien

  • Reply
    Ariane
    Februar 23, 2015 at 12:18 pm

    Ich stimme dir auf jeden Fall zu, aber ganz ehrlich, das ist das Problem jedes sozialen Netzwerks und ich weiß auch nicht wirklich, ob ich das soo verwerflich sehen soll. Da bin ich eher Viviens Meinung. Ich möchte auch lieber schön ausgelichtete Fotos sehen als verwackelte Schnappschüsse. Aber dennoch stört mich Instagram oft, einfach, weil die ganzen Accounts inzwischen soo gleichförmig geworden sind und der Großteil der Nutzer nur langweilige Alltagsbilder postet, die mich nicht interessieren, egal, wie schön sie präsentiert sind. Ich würde mich selbst über mehr hübsche, spannende, ungewöhnliche Schnappschüsse freuen: Interessante Reflektionen in Fenstern, spannende Straßenszenen, tolle Portraits von interessanten Menschen statt Selfies… Das Magische im Alltagsleben eben, ganz ohne Inszenierung.

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