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Vorurteile gegenüber Bloggern & was an ihnen wirklich dran ist

6 Vorurteile gegenüber Bloggern und was an ihnen wirklich dran ist

Ich bin ein Blogger. Was den meisten Menschen bis vor etwa drei Jahren noch kein Begriff war, ist mittlerweile fast schon Alltag geworden. Die Szene wächst von Tag zu Tag und heutzutage assoziiert man die Schreiberlinge hinter dem Bildschirm längst nicht mehr mit blassen, schüchternen Nerds. Während manche User nur zum Spaß bloggen, verdienen andere dadurch Geld und können sogar davon leben. Trotzdem haben wir nach wie vor mit Spott, Unverständnis bzw. Missgunst zu kämpfen. Die folgenden 6 Vorurteile gegenüber Bloggern bekomme ich besonders oft zu hören.

6 Vorurteile gegenüber Bloggern und was an ihnen wirklich dran ist

1. Als Blogger bekommt man alles geschenkt

Definitiv das weitverbreitetste Vorurteil, wenn es um das Thema Bloggen geht. Sobald man einen Beitrag über Blogger im Fernsehen sieht, geht es immer nur darum, dass der oder diejenige ja sooo viel gesponsert bekommt und Werbung für die Firmen macht. Die Medien rücken diesen Konsum meistens sehr stark in den Fokus, was Außenstehenden ein falsches Bild vermitteln kann. Ich weiß nicht, wie es bei euch aussieht, aber 97% meiner Klamotten, Beautyartikel, Bücher etc. habe ich NICHT durch Kooperationen bekommen. Klar erhalten die großen und bekannten Blogger viele Geschenke von angesagten Marken, doch das trifft nur auf einen kleinen Anteil der gesamten Community zu. Ich selbst durfte natürlich auch schon tolle Kooperationen eingehen, doch das ist bei mir nicht regelmäßig der Fall. Zudem habe ich viele dieser Produkte an meine Leser verlost.

2. Blogger sind immer top gestylt

Das gilt wahrscheinlich nur für die Wenigsten. Ich kann natürlich nur von mir selbst sprechen, doch obwohl ich auf Coralinart über Design, Trends und Kosmetik schreibe, bin ich nicht immer top gestylt. Genau wie jeder andere Mensch habe ich auch mal einen Bad Hair Day und oftmals sitze ich sogar im Pyjama vor dem Computer und tippe neue Posts. Glamourös ist wahrlich anders.

3. Blogger sind Internetsüchtig

Nein, ich bin nicht Internetsüchtig. Zwar weiß ich die moderne Technik sehr zu schätzen, profitiere täglich davon und bin in vielen sozialen Netzwerken vertreten, doch es macht mir nichts aus, ab und zu eine Weile abzuschalten. Meine Bloggerkollegen sehen das größtenteils ähnlich. Klar, das Internet ist unser Instrument, doch ich kenne kaum jemanden, der den ganzen Tag nur vor dem Laptop bzw. Smartphone verbringt.

4. Der Konkurrenzkampf ist brutal

Dieses Vorurteil kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen, denn durch das Bloggen habe ich viele tolle Bekanntschaften geschlossen. Mit einigen Mädels pflege ich sogar regelmäßigen Kontakt über die Kommentare, Facebook oder Whatsapp. Auch wenn wir uns noch nicht persönlich getroffen haben, bin ich mehr als dankbar für diese Freundschaften! Allerdings ist Neid und Konkurrenzkampf bei deutschen Bloggern tatsächlich nicht selten, was ich sehr schade finde. Immerhin macht es doch viel mehr Spaß, sich gegenseitig zu unterstützen!

5. Blogger haben keine eigene Meinung

Viele Leute denken, wir Blogger haben keine eigene Meinung und sind dazu verpflichtet, Testprodukte positiv zu bewerten. Das stimmt nicht! Wenn mir etwas nicht passt, bin ich so ehrlich und sage das auch. Alles andere wäre unfair gegenüber meinen Lesern, die auf mein Urteil vertrauen. Höflichkeit ist dabei essentiell. Man sollte PR-Samples nicht grundlos schlechtmachen und konstruktive Kritik üben. Was bringt es der Firma, wenn ich ihr Produkt in den Himmel lobe, obwohl es nicht gut ist? Die Kunden werden automatisch enttäuscht sein. Ehrliches Feedback ist wichtig.

6. Einen Blog zu führen ist nicht viel Arbeit

„Ich starte einen Blog und werde berühmt. Ist ja nicht viel Arbeit“ – Das ist eine ganz, ganz falsche Einstellung, die mir traurigerweise immer öfter begegnet. 1. kann man nicht einfach beschließen, bekannt zu werden und 2. nimmt ein Blog unheimlich viel Zeit in Anspruch. Zumindest, wenn man beabsichtigt, regelmäßig neue Posts zu veröffentlichen. Ich habe Jahre gebraucht, um mir meine bescheidene kleine Leserschaft aufzubauen. Als berühmt würde ich mich nun wirklich nicht bezeichnen, aber das war auch nie mein Ziel. Trotzdem verbringe ich wöchentlich mehrere Stunden damit, Artikel zu schreiben, Inhalte zu recherchieren und Bilder zu bearbeiten. Nicht selten kommt es vor, dass ich am Samstag bis spätabends Kommentare beantworte etc. Coralinart ist meine Leidenschaft! Mit 15 Minuten pro Tag ist es daher nicht getan.

Hast du Vorurteile gegenüber Bloggern schon mal selbst erlebt? 
Inwiefern wurdest du damit konfrontiert und wie denkst du darüber?

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8 Comments

  • Reply
    Claudia
    Juni 11, 2016 at 7:34 pm

    Sehr guter Post! Vor allem Vorurteil Nummer 6 begegnet mir auch immer wieder. Wenn ich dann sage, dass Fotos machen, bearbeiten und den Blogpost schreiben allein schon Stunden dauert, werd ich immer wieder blöd angeguckt.

    #2 trifft auf mich übrigens auch nicht zu, sitze hier gerade schon im Pyjama. 😉

    LG aus Hamburg,
    Claudia
    http://junegold.blogspot.de

  • Reply
    Neri
    Juni 12, 2016 at 9:26 am

    Ich finde den Post auch richtig toll geschrieben. Tolles Thema. Und viele Vorurteile sind wahrlich immer wieder im Umlauf. Also top gestylt bin ich auch selten. Ich stehe viel zu sehr auf den natürlich und bequemen Look =) ein Blog ist sehr viel Arbeit, dass wissen wohl alle, die mit Leidenschaft bloggen und dass man alles geschenkt bekommt?! Haha! Ist mir bisher ein einziges Mal passiert =)

    Neri

  • Reply
    Franzy vom Schlüssel zum Glück
    Juni 12, 2016 at 7:31 pm

    Schöner Post und wahre worte, die ich komplett unterschreiben kann!
    Ich find’s klasse Teil dieser community zu sein und so viele nette menschen über das Bloggen kennengelernt zu haben

    natürlich hat man ansprüche an sich und seinen Blog, aber im endefekt ist das mein hobby.. ja ein zeitraubendes hobby, aber hey: Fußball zu spielen benötigt auch zeit für training, spiele etc…

    Viele leute können einfach nicht verstehen,warum ich so viel Zeit in meinen Blog investiere, obwohl mi das doch „gar nix bringt“und „ich doch nix damit verdiene“. Tja, andere Leute zahlen für ihre Mitgliedschaft im Sportclub geld. ich zahl es eben einem provider…

    Schade, dass es echt noch so viele Vorurteile gibt…

    Viele liebe Grüße

    Franzy

  • Reply
    Sylvi
    Juni 13, 2016 at 11:35 am

    Punkt 6 ist mir sooo häufig unter die Augen getreten, dass ich mittlerweile nur lachen muss und sagen kann: Jaja, mach du mal.
    Eine liebe Freundin von mir war nämlich genau der gleichen Meinung – wenig Arbeit, schneller Erfolg. Tja, sie hat eine ganze Woche lang durchgehalten und hatte dann schon keine Lust mehr, weil es eben so viel Arbeit ist.
    Seit fünf Jahren bin ich nun schon dabei und mir ist bereits jeder Punkt zu Ohren gekommen. Einiges kann ich zumindest teilweise bestätigen, anderen aber vehement verneinen, allerdings denke ich, dass es auch individuell auf jeden Blogger anders zutrifft.

    Liebste Grüße
    Sylvi von http://www.sylvislifestyle.com

  • Reply
    Nadine
    Juni 13, 2016 at 3:03 pm

    Deinem Beitrag kann ich in jedem Punkt nickend zustimmen.
    Vor allem die Punkte 1 und 6 sind meine Favoriten.
    Nach fast 10 Jahren zähle ich ja schon ehr zur älteren Generation der Blogger, aber … die Liste ist sowas von wunderbar zeitlos, ganz groß, danke dafür!

  • Reply
    Caro.x3
    Juni 14, 2016 at 10:01 am

    Leider gibt es echt zu viele Vorurteile, was eigentlich ziemlich schade ist.
    Bei Punkt 1 kann ich dir nur zustimmen. Hin und wieder bekomme ich zwar mal was zum testen zugeschickt, aber geschenkt so bekomme ich rein gar nichts.
    Punkt 2: Ich sitze auch gerne mal im Schlafanzug vorm Laptop und gucke mir Sachen an, die mich interessieren und bereite einen Blogpost vor. Auch wenn auf meinem Blog nicht so wirklich viel los ist.
    Wo du auf jeden Fall auch mit recht hast ist Punkt 5. Lieber schreibe ich meine ehrliche Meinung zu einem Produkt, als es zu loben, obwohl es nicht gut ist.
    Von Punkt 6 brauch man ja gar nicht anzufangen. So einfach ist es echt nicht.
    Ich blogge weil es mir spaß macht, und nicht weil ich Geld damit verdienen möchte.

    Grüße ♥

  • Reply
    Marie
    Juni 18, 2016 at 7:45 pm

    Die ganzen Vorurteile kenne ich ebenfalls. Aber es gibt in meinem Freundeskreis eine für mich schlimmere Meinung zu Bloggern: die sind nichts und können nichts. Ganz besonders über YouTuber wird gerne einmal richtig mies hergezogen und jedes Mal sitze ich daneben und denke mir „Leute, das sind Blogger. Ich bin auch einer..“. Interessiert nur leider keinen. Mein Hobby ist sozusagen ein Tabuthema.

    Alle schweigen es tot. Wehe jemand nimmt das böse Wort in den Mund. Dabei sind Blogs doch nichts schlimmes und schon fast alltäglich…

    Lieben Gruß ♥

  • Reply
    Jovana
    Juni 25, 2016 at 3:56 pm

    Ja diese Vorurteile kommen mir bekannt vor. Vor allem bei Punkt 4. „Der Konkurrenzkampf ist brutal“ stimme ich dir zu!
    Den Konkurrenzkampf empfinde ich gerade unter deutschen Bloggern als enorm, dabei wäre es viel wichtiger zusammen zu halten um beispielsweise alle anderen Vorurteile aus der Welt zu schaffen oder? 😉
    Super Beitrag! Danke fürs teilen deiner Gedanken zu diesem Thema 🙂

    liebe Grüße, Jovana
    http://www.jookea.de

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